Max Klingers (1857-1920) umfangreiches graphisches Werk zahlt zu den besten Leistungen der deutschen Graphik. Er entwickelte die Tiefdruckverfahren Radierung und Aquatinta zur Perfektion, variierte sie mit anderen Techniken wie Kupferstich, Schabkunst oder Lithographie. Wegen seiner stark subjektiven, mythologisierenden bis psychologisierenden Tiefenschau und der Kombination aus realistischer und symbolisch verschlusselter Bildsprache zahlt man ihn zu Recht zu einem der Hauptmeister des deutschen Symbolismus. Die Ausstellung zeigt bisher unveroffentlichte Zeichnungen Max Klingers aus einer sachsischen Privatsammlung. Erstmals uberhaupt wird in Stendal die bisher als verschollen geglaubte, 1886 entstandene erste Entwurfszeichnung des Thrones fur das Leipziger Beethoven-Denkmal gezeigt. Thematisiert ist auch Klingers Affinitat fur die Antike. Schon in seinen jungen Jahren beschaftigte er sich mit antiken Gottern, Helden und Mythen, wenngleich auf ironische, zuweilen respektlose Weise. Spater dienten ihm antike und christliche Elemente als Bausteine seiner Werke.