Wir alle träumen. Mehr oder weniger. Viele Menschen träumen nur schlafend. Einigen ge-nügt das nicht. Oder es genügt ihren Träumen nicht. Sie weben sie mit hinein in ihre Tage. Man belächelt sie als Tagträumer. Deshalb verbannen sie ihre in den Tag kei-menden Träume wieder zurück in das amorphe Dunkel ihrer Nächte. Ich wei nicht, ob man Mut braucht, um durchlässig zu werden für das, was sich aus dem Inneren chiffriert ins Bewusstsein drängt und dort gelesen oder gar er-schaffen werden will. Ich wei auch nicht, ob es immer eine Sehnsucht ist, die, einmal aus den Labyrinthen der Traumwelt entzif-fert, in unser Leben eindringt und sich in ihm fordernd und übermächtig ausbreitet. Ich wei nur, um einen Traum in den Tag hinein zu träumen, genügt es, ein Träumer zu sein. Das ist nicht wenig. Und den meisten fehlt der Mut dazu.